Auf nichts Unumstößliches stößt der geneigte Leser in diesem Blog. Alles ist Überlegung, nichts Überlegenheit. Standpunkte sind springende Punkte und Punktlandungen selten.
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Mittwoch, 7. Februar 2018

#Bätschi!

„Bätschi!“, kommentierte ich per WhatsApp die deutsche Innenpolitik. „Bätschi? Ist das arabisch?“, fragte mich daraufhin – offenbar offline – die Adressatin meines Kommentars. „Wenn das arabisch ist“, grinse ich seitdem in mich hinein, „ist die designierte SPD-Vorsitzende sozialdemokratisch.“

Freitag, 26. Januar 2018

Die spinnen, die Araber!

Araber – die allermeisten – tun sich mit dem Deutschen schwer. Ebenso ergeht es Deutschen, beispielsweise mir, mit deren Sprache. Grammatik sei hier unerwähnt, Worte klanglich zu erfassen und zu sprechen, ist Unmöglichkeit schlechthin und die Verschriftung... Ach, schweigen wir! (Gelobt allein sei die Ästhetik!) Aber okay. Dass Araber arabisch schreiben, lässt sich logisch nachvollziehen. Doch warum die Zahlen nicht?! Die indischen statt uns bekannter nehmen sie!
Sie wollen nicht verstanden werden?

Samstag, 20. Januar 2018

Wem gehört das Fahrrad bei mir hier?

Ssalaam,

als Deutsche unter Migranten, viele aus Nahost, bin ich im Berliner Wedding mehr Frage als Antwort.
Ich sehe kaum Gemeinsamkeit und suche sie auch nicht. 
Mich reizt der Unterschied. Doch muss es Missverständnis sein? Permanent? 

Araber und Deutsche tun sich miteinander schwer. 

Beider Sprachen im Vergleich – ein erster Schritt? 

Auf Deutsch heißt es: „Ich habe ein Fahrrad“ und damit ist Besitz gemeint. (Manche besitzen auch Angst, Sorgen, Probleme...)

Arabisch kennt kein deutsches Haben, oder? Man sagt wohl: „Ein Fahrrad ist bei mir“; Ein und Präsens-Formen von Sein entfallen.

Wer „Fahrrad bei mir“ mit „Ich habe ein Fahrrad“ übersetzt, hat meistens recht, jedoch nicht immer. Nicht, wenn ein Familienrad von einem oder einer der miteinander Verwandten, Freund oder Freundin der Familie... gerade genutzt wird.

Auch die arabische Kultur kennt individuellen Besitz, ohne Zweifel (!), dennoch sind das Wir und die Familie wichtiger als jedes Ich.

Sprache als Indikator?

Sonntag, 31. Dezember 2017

2018 – auf ein Neues!

Ich wünsche sowohl meinen hiesigen Leserinnen und Lesern als auch mir ein maximal freudvolles Jahr 2018 und bin sicher, der Wunsch wird nur in Erfüllung gehen, wenn wir uns gegenseitig oft, öfter, am öftesten – gewissermaßen ohne Unterlass – Anlässe zu den damit einher gehenden freudigsten aller freudigen Gesichtsausdrücke bieten. 


Gesichter mit freudigem Ausdruck stellen wir uns gewöhnlich unhinterfragt als solche mit nach oben gezogenen Mundwinkeln vor. Vielerorts finden wir sie derart auch abgebildet.
Allerdings wage ich zu behaupten, dass diese uns von uns selbst unterstellte Mundbewegung Menschen physisch nicht möglich ist. Ich probiere das allmorgendlich aus. Vorm Spiegel. Erfolglos. Ich kann meine Mundwinkel nicht hoch ziehen. Sie weigern sich und weichen bei jedem dieser Versuche zur Seite aus. Dabei gerät der Mund zu einem langen, schmalen Strich und gleichzeitig gräbt sich zu seinen Enden hin von den Nasenflügeln her auf beiden Gesichtshälften je eine Falte tief in die Haut. Selbst lächelndes Zeigen der Zähne verhindert das nicht.
Durch häufiges Fahren mit Bussen und Bahnen bin ich ja bis heute Studentin, Studentin anderer Gesichter, und weiß zu berichten, das geht nicht nur mir so.
Lachfalten sorgen für optische Täuschung, jedoch keine schlimme.
Lachen wir also nach Möglichkeit trotzdem - sei es Widrigkeiten zum Trotze - und nicht vergessen: Uns dazu die Anlässe schaffen müssen wir selbst.

Montag, 25. Dezember 2017

Am unteren Ende des Menschen

Gestoßen wird er immerzu
mit dem Fuß. Rucke di guck,
der Fuß ist im Schuck.
Breit gelatscht zur Seite, von innen,
es gibt kein Entrinnen.
Wuchtig geknallt
gegen Steine, Asphalt,
gedrückt in den Matsch,
das ist echt kein Quatsch.
Bald ausgezogen, bald wieder gebeult,
doch er heult,
beschwert
oder wehrt
sich nicht,
zerfällt nur eines Tages schlicht:
der Schuh.

Sonntag, 24. Dezember 2017

Das Weihnachtszimmer

Die
Kirche
im Dorf und
den
Baum im Wald lassen?
Gut möglich wohl, jedoch
kaum immer. Weihnachten?
Der ab-
gehackte Hoffnungsträger – grün –
voll Glanz und Gloria, hinein mit ihm
in die gute Stube! Und sei es, dass diese
mehr
schlecht als recht gut ist. Weihnachten heißt
es entweder oder: Ururalt, althergebracht oder
aber der Baum bleibt im Wald. Doch wohin dann
mit der
Kirche?

Dienstag, 19. Dezember 2017

Schilder

Sie dekorieren viele Orte,
sind Ge- und Verbote, mahnende Worte.

Du sollst nicht über Schwache lachen
und über Chefs nicht Witze machen,
nicht im Finanzamt Fahrrad fahren,
im Jobcenter nicht Grillgut garen.

Menschen, die Schilder anbrachten,
und solche, die jene auslachten,
die anbrachten und anbringen ließen,
auch Menschen, die Schilder abrissen,
weil zu beachten, was auf ihnen steht,
ohnehin nicht oder ohne sie geht,
schildern Schilder.

Du sollst nicht stehlen, schlagen, töten,
nicht lügen und, falls doch, erröten,
nicht deines Nächsten Zeugnis fälschen,
im Ernstfalle nicht kauderwelschen.

Die Schilderungen überdauern
in Fluren und Gängen, an Häusern und Mauern.

Leo-Lionni-Grundschule in der Müllerstraße 158